Deutsches Essen

Deftig, bodenständig, fleischlastig – mit diesen Begriffen wird die deutsche Küche oftmals als erstes in Verbindung gebracht. Schaut man jedoch genauer hin, wird klar, dass ein typisch deutsches Gericht nicht immer mit Hausmannskost gleichzusetzen ist. Zudem variieren deutsche Rezepte von West nach Ost und von Nord nach Süd und fast jede Region hat seine typischen Spezialitäten. Was für den Norddeutschen das Labskaus, ist für den Bayer die Weißwurst und wer den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl noch kennt, dem ist auch der Saumagen, ein typisch pfälzisches Gericht, ein Begriff. Doch deutsche Küche besteht aus mehr als nur aus bayerischem Leberkäse, schwäbischen Spätzle oder der typisch Berliner Currywurst. Nicht umsonst zeichnete der Michel Guide 2016 insgesamt 290 deutsche Restaurants mit einem oder sogar mehreren Sternen aus. Nur Japan und Frankreich können hier noch mehr Sterne-Restaurants verzeichnen. Somit wird deutlich, dass auch in der Deutschen Küche schon längst Kreativität und Raffinesse Einzug gehalten haben und der Begriff Gourmetküche kein Widerspruch bedeuten muss.

Vorspeise: Kartoffelsuppe

Das Gemüse, das in Deutschland mit großem Abstand am meisten verwendet wird, ist die Kartoffel, auch wenn deren Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten Jahren rapide abgenommen hat. Als Salzkartoffel, Pellkartoffel, Kartoffelbrei, Kartoffelpuffer, Knödel, Krokette oder Bratkartoffel landet sie als häufigste Beilage auf dem Teller. Und in der traditionellen deutschen Küche landet sie ebenso häufig in Suppenform auf dem Tisch. In Salzwasser oder Brühe gegart, püriert oder zerstampft, mit anderem Gemüse und Kräutern verfeinert, mit Speck oder Fleischzulagen wie Bockwurst oder Wiener Würstchen serviert – fertig ist die Kartoffelsuppe, deren Zubereitung jedoch regional sehr unterschiedlich ist. In Mecklenburg wird sie beispielsweise mit Backpflaumen zubereitet und nach norddeutscher Art mit Birnenspalten. In Bremen landen Nordseekrabben und Räucherspeck mit im Suppentopf und in der Pfalz wird die Kartoffelsuppe oftmals mit Zwetschgenkuchen serviert.

Hauptgericht: Schweinebraten

Die deutsche Küche wird, was Fleischsorten betrifft, ganz klar vom Schweinefleisch dominiert. Rund 40kg verdrückt davon im Durchschnitt jeder Deutsche pro Jahr. Schweinebraten, entweder aus dem Rücken, dem Nacken, der Schulter oder dem Schinken, gebraten oder geschmort, gilt als typisch deutsches Gericht. Aber auch hier gibt es wieder zahlreiche regionale Varianten. Während der Bayer seine Sauce oftmals mit Dunkelbier verfeinert wird der Braten in anderen Regionen erst einmal einige Tage in einer Marinade eingelegt. Als typische Beilagen zum Schweinebraten gelten Knödel, Sauerkraut oder Rotkraut.

Dessert: Rote Grütze

Apfelmus, andere Fruchtkompotte, sowie Pudding in verschiedenen Variationen stehen eher selten auf der Speisekarte eines Restaurants, sondern sind typische Desserts, die zu Hause auf den Tisch kommen. Nicht so die Rote Grütze, die ihren Namen dadurch erlangt hat, da sie aus verschiedenen roten Früchten wie Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Süßkirschen hergestellt wird. Besonders auf der Nordseeinsel Sylt erlangte die Rote Grütze größte Bekanntheit. Eingedickt mit Stärke kommt sie zumeist mit Sahne, Speiseeis, Milch, Rahm oder Vanillesauce auf den Tisch.